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Jurandi
Assis, ein kritisches Essay
Das
Schicksal, als ein schon festgelegter Vektor, bestimmt die Rätsel,
die Ziele und die Entscheidungsmöglichkeiten. Dem Künstler fällt
es nun anheim, Diziplin zu halten, seinen Werkstoff zu
organisieren und zu vervollständigen und, mit dem unermüdlichen
Fleiss eines Bauern, zu arbeiten. Jurandi Assis ist nicht
besorgt um die Jahreszeiten, um die Naturereignisse, er bestellt
sein Land, er sät und er erntet. Jurandi
Assis erkennt seine Bestimmung, die sich in den Möglichkeiten
zeigt die ihm in seinem Leben geboten werden, und tut das
seinige. Er muss nicht die Weisheit und die Schicksalssprüche
des delphischen Orakels in Anspruch nehmen, weil es keine
Konflikte gibt und die Zweifel im Laufe der Zeit beseitigt
werden können. Sein Weg wird durch die korrekte Haltung, den
Arbeitswillen, die Achtung gegenüber sozialen und familiären
Verpflichtungen bestimmt. Auf diese Weise bildet das Gefüge,
die Verflechtung der scheinbar losen Fäden, ein Abbild der tatsächlichen
Situation. Und in diesem Zwiegespräch zwischen dem tätigen
Menschen und der nur intuitiv erfassten, übersinnlichen Welt,
kann der Mann und Künstler seine Aufgabe erfüllen und das
erkennen, was für ihn aufbewahrt worden ist. Die Malkunst des
Jurandi Assis nimmt einen Platz ein der sich erstaunlicherweise
als eine Verquickung von Polaritäten erweist. Einerseits ist
sie dionysisch. Der
Künstler gibt sich völlig seinen Empfindungen hin, er lässt
seine Erinnerungen aufsteigen, die Freuden, die Düfte und die
Bilder die er kennengelernt hat und die ihm immer noch lieb sind.
Er ist ein Mann der Tat, für den die besten Momente in der Möglichkeit
liegen, sich ausdrücken zu dürfen. Andererseits, jedoch,
organisiert er in geometrischer Genauigkeit den Raum und die
Komposition, verbindet harmonisch die Farben, beachtet sorgfältig
die chromatischen Übergänge und plant im Detail die visuelle
Aussagekraft seiner Werke. Es genügt die Betrachtung eines
dieser Gemälde um die Hand und den Geist dieses Künstlers zu
erfassen. Ein Apoll herrscht hier über die Kunst. Diese
Synthese die Jurandi Assis in seinen Bildern schafft, ist selten.
Besonders darum, weil man keinen Konflikt, keine Unschlüssigkeit,
keinen Kampf der Gegensätze empfindet. Hier kommt seine
Auffassung des Schicksals als eine göttliche Wesenheit, als
Offenbarung des heiligen Charakters des Kosmos, zum Ausdruck.
Die Harmonie in dieser malerischen Tätigkeit entspringt aus der
frommen Annahme der Realität. Hier wird Religion verstanden als
ein Wiederverbinden mit, ein Neuanschlieben
an, ein Zusammenfügen unterschiedlicher Teile, etwas was oben
ist gleichsetzen mit dem was unten ist, den irdischen Raum
weihen, um ihn dem himmlischen gleich zu setzen. Die irdische
Lehre vom Weltenbau wiederholt in der dritten Dimension die
heilige Kosmologie einer Dimension die aus einem feiner gewebten
Stoff besteht.
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